Endlich! Der lang ersehnte Bericht von Janine zu Ihrem Saison-Highlight

Der Arberland Ultratrail (60 km und 2.500 Hm) war mir schon länger bekannt, da Ronald im vergangenen Jahr dort schon gestartet ist und dies auch in diesem Jahr unbedingt tun wollte (er hatte an dem Tag Geburtstag). Für mich als Highlight entwickelte es sich aber erst im Laufe des Jahres. Und je näher wir kamen desto mehr freute ich mich.
Also ging es am Vortag pünktlich los. Die Anreise verlief super und wir kamen pünktlich zur Pastaparty an. Bereits dort traf man viele bekannte Gesichter. Der Schlafplatz für den Bus war auch schnell gefunden und so konnte man den Abend noch in Ruhe ausklingen lassen.
Die Wetterprognose sah ideal aus. Bereits am Start war es schon mild und die Regenjacke konnte tief im Rucksack vergraben werden. Ich traf ich mit Ralf, da wir das Rennen gemeinsam angehen wollten. Pünktlich um 7 Uhr wurde dann das Feld auf die Reise geschickt. Wir mussten nur ein kurzes Stück Straße laufen, denn die Route führte uns schnell in den Bayrischen Wald. Das Profil war von Beginn an wechselhaft. Auf kurzen Anstiegen folgten kurze Abstiege und auf langen Anstiegen entsprechend auch lange Abstiege. Vom Marktplatz aus führte die Strecke erst auf den Bodenmaiser Hausberg, den Silberberg. Hier schickte man uns durch eine Höhle die mit Fackel erhellt war. Dann ging es weiter durch den tiefen dunklen Wald und durch noch verschlafene Ortschaften. Und nur selten mussten wir eine Straße überqueren. Jeder Berg der sich finden ließ, musste erlaufen werden. So ging es über Kronberg, Harlachberg und Sternknöckl noch relativ entspannt vorwärts und bei km 25 kamen wir auch am Joska Glasparadies vorbei. Da der Arber nun immer näher kam, wurden die Anstiege auch bissiger und man merkte schon das man einige km in den Beinen hatte. Wir erreichten den Hochfall, einen der schönsten Wasserfälle der Gegend. Und dann trennten sich leider die Wege von mir und Ralf. Also hieß es nun allein auf den Kleinen Arber und dann auf den „König“ der Strecke – den Großen Arber - kämpfen. Wir begannen nun die Auerhahnläufer einzuholen. Das hieß, dass die An- und Abstiege nun wieder etwas voller wurden und man sich seinen Weg etwas erkämpfen musste. Der Anstieg zum großen Arber war wirklich anspruchsvoll und sehr zäh und man sehnte sich den Gipfel herbei. Hier oben wurde man dann von vielen netten Fans angefeuert und so motivierte es auch den Rest des Weges zu absolvieren. Nun kam der Abstieg zum Großen Arbersee. Eine wirkliche Verschnaufpause ist das nicht. Man musste sich sehr konzentrieren, dann es wartete viel Geröll auf einen. Unten angekommen ging es einige Kilometer relativ eben dahin. Doch genau hier, bei km 43, kam dann mein Tief. Leichte Kreislaufprobleme hießen für mich erstmal Tempo rausnehmen. Ich wanderte zügig weiter, aber verlor doch relativ viel Zeit. Doch bei so einem Lauf ist man nie allein und so traf ich wieder einen Bekannten der mich ablenkte. Und so ging es mir 3 km später wieder etwas besser und ich konnte den Anstieg zum Mittagsplatzl - mit einer grandiosen Aussicht - in Angriff nehmen. Hier hieß es "das ist der letzte Anstieg". Toll, aber es war ein trugschluss. Das Profil ging immer wieder wellig dahin und auch die leichten Anstiege kosteten enorm viel Kraft. Gemeinsam mit Gunnar lief es aber solide und Bodenmais kam immer näher. Doch 3 km vor dem Ziel gab es nochmal einen Anstieg der mich ganz schön aus der Fassung brachte. Ich schimpfte wie ein Rohrspatz, denn den hatte ich in keinster Weise auf der Rechnung - obwohl Ronald mich am Vortrag darauf hingewiesen hatte. So ging es schimpfend nach oben und die letzten 2 km mit Tränen bergab ins Ziel.
Es ging mir gut. Ich war zwar fix und fertig, aber mit meiner Zeit noch sehr zufrieden. Die 8 h waren Minimalziel gewesen. Und das es am Ende Gesamtplatz 5 war, damit hätte ich überhaupt nicht gerechnet.
Ein toller Lauf der nach Wiederholung schreit.
 
Ronald ist den kurzen über 35 km und 1.500 Hm gelaufen. Er startete erst 10 Uhr und hatte im Ziel ca. 15 Minuten Vorsprung auf mich. Er ist es locker angegangen und hat jeden Kilometer genossen. Mit 10 Trainingskilometern in der Woche ist es schon erstaunlich überhaupt den Lauf durchzustehen.